Zur Startseite ...

Preiselbeerblätter - Vitis idaeae folium ÖAB 90
Stammpflanzen: Vaccinium vitis-idaea L. [Fam. Ericaceae/Heidekrautgewächse; Preiselbeere; Synonyme: Myrtillus exigua BUBANI, Vaccinium rubrum DULAC, Vitis idaea punctata MOENCH, Vitis-idaea punctifolia S. F. GRAY; dt. Synonyme: Kronsbeere; 5 bis 15, gelegentlich bis 30 cm hoher Halbstrauch mit unterirdischen, wurzelnden Kriechtrieben, die schuppig beblättert sind und aus deren Achseln die aufrechten Laub- und Blütensprosse entspringen. Blätter immergrün, ledrig, am Rande umgerollt, oberseits dunkelgrün glänzend, unterseits matt bleichgrün und drüsig punktiert, kurz gestielt, meist verkehrt-eiförmig, mehr oder weniger zweizeilig angeordnet. Blüten weiß, rötlich angelaufen, in gedrängten, mehr- bis vielblütigen Trauben. Petalen verwachsen, eine glockige Krone bildend.
Verbreitung: Gemäßigte und Dauerfrostzone Eurasiens. In Europa westlich bis Großbritannien, Mittelfrankreich, im Osten bis Japan. In Nordamerika vom äußersten Norden der USA bis Alaska und Grönland. Bevorzugt auf kalkarmen Böden in Nadelwälder und auf Heiden, im Gebirge bis in die alpine Stufe vordringend.
Droge: Die von Mai bis Juni oder im September gesammelten, getrockneten Blätter mit einem Mindestgehalt an Hydrochinon-Glykosiden von 3 %.
Herkunft: Wildvorkommen Nordeuropas, besonders Norwegen, Schweden, Finnland und England.
Inhaltsstoffe: Etwa 3 bis 5 % Arbutin sowie in geringer Konzentration weitere Phenolglykoside. 10 bis 20 % Gerbstoffe, insbesondere Catechingerbstoffe. Als weitere Verbindungen Proanthocyanidine, Flavonoide, organische Säuren und Triterpene.
Anwendungsgebiete: In der Volksheilkunde bei Entzündungen der Harn- und Gallenwege, bei Steinleiden, Gicht und Rheumatismus. Gelegentlich als Ersatz für Bärentraubenblätter. Für die Anwendungen fehlen wissenschaftliche Belege.
Dosierung und Art der Anwendung: Zur Einnahme 2,0 g als mittlere Einzeldosis. Zur Teebereitung 2 g auf eine Teetasse.
Nebenwirkungen: Bei höherer Dosierung angeblich für Mensche giftig. Exakte Angaben oder konkrete Fallberichte fehlen jedoch.
Literatur: Hagers Handbuch der pharmazeutischen Praxis, Band 6, Drogen P-Z, Springer-Verlag, Berlin-Heidelberg-New York 1992; USDA, ARS, National Genetic Resources Program. Germplasm Resources Information Network - (GRIN). [Online
Database] National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Available: www.ars-grin.gov/cgi-bin/npgs/html/taxon.pl?29400 (09 December 1999); W. Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, Band 2, 15. Auflage, Gustav Fischer Verlag, Jena-Stuttgart 1994

Bilder:
Vaccinium vitis-idaea: Im Vergleich zur weit verbreiteten Blaubeere (Vaccinium myrtillus) ist die Preiselbeere wesentlich kleiner. Typisch sind die kurzen, aufrechten Triebe, die dem unterirdisch verlaufenden Wurzelstock entspringen und meist zahlreiche Blüten tragen, die in traubigen Infloreszenzen angeordnet sind. Die Früchte sind eßbar, werden aber aufgrund des relativ säuerlichen Geschmacks meist zu Konfitüren verarbeitet.

© Thomas Schöpke thomas@schoepke.de