| Stammpflanzen: Vaccinium vitis-idaea L. [Fam. Ericaceae/Heidekrautgewächse; Preiselbeere; Synonyme:
Myrtillus exigua BUBANI, Vaccinium rubrum DULAC,
Vitis idaea punctata MOENCH, Vitis-idaea punctifolia S.
F. GRAY; dt. Synonyme: Kronsbeere; 5 bis 15, gelegentlich bis 30 cm hoher
Halbstrauch mit unterirdischen, wurzelnden Kriechtrieben, die schuppig beblättert sind
und aus deren Achseln die aufrechten Laub- und Blütensprosse entspringen. Blätter
immergrün, ledrig, am Rande umgerollt, oberseits dunkelgrün glänzend, unterseits matt
bleichgrün und drüsig punktiert, kurz gestielt, meist verkehrt-eiförmig, mehr oder
weniger zweizeilig angeordnet. Blüten weiß, rötlich angelaufen, in gedrängten, mehr-
bis vielblütigen Trauben. Petalen verwachsen, eine glockige Krone bildend. |
| Verbreitung: Gemäßigte und Dauerfrostzone Eurasiens. In
Europa westlich bis Großbritannien, Mittelfrankreich, im Osten bis Japan. In Nordamerika
vom äußersten Norden der USA bis Alaska und Grönland. Bevorzugt auf kalkarmen Böden in
Nadelwälder und auf Heiden, im Gebirge bis in die alpine Stufe vordringend. |
| Droge: Die von Mai bis Juni oder im September
gesammelten, getrockneten Blätter mit einem Mindestgehalt an Hydrochinon-Glykosiden von 3
%. |
| Herkunft: Wildvorkommen Nordeuropas, besonders Norwegen,
Schweden, Finnland und England. |
| Inhaltsstoffe: Etwa 3 bis 5 % Arbutin
sowie in geringer Konzentration weitere Phenolglykoside. 10 bis 20 % Gerbstoffe, insbesondere Catechingerbstoffe. Als weitere Verbindungen
Proanthocyanidine, Flavonoide, organische Säuren
und Triterpene. |
| Anwendungsgebiete: In der Volksheilkunde bei
Entzündungen der Harn- und Gallenwege, bei Steinleiden, Gicht und Rheumatismus.
Gelegentlich als Ersatz für Bärentraubenblätter. Für die
Anwendungen fehlen wissenschaftliche Belege. |
| Dosierung und Art der Anwendung: Zur Einnahme 2,0 g als
mittlere Einzeldosis. Zur Teebereitung 2 g auf eine Teetasse. |
| Nebenwirkungen: Bei höherer Dosierung angeblich für
Mensche giftig. Exakte Angaben oder konkrete Fallberichte fehlen jedoch. |
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Literatur: Hagers Handbuch der pharmazeutischen
Praxis, Band 6, Drogen P-Z, Springer-Verlag, Berlin-Heidelberg-New York 1992; USDA, ARS,
National Genetic Resources Program. Germplasm Resources Information Network - (GRIN).
[Online
Database] National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Available:
www.ars-grin.gov/cgi-bin/npgs/html/taxon.pl?29400 (09 December 1999); W. Rothmaler,
Exkursionsflora von Deutschland, Band 2, 15. Auflage, Gustav Fischer Verlag,
Jena-Stuttgart 1994 |