| Stammpflanzen: Viola tricolor L., insbesondere
die Unterarten V. tricolor L. ssp. tricolor sowie V. tricolor
L. ssp. subalpina GAUD., und V. arvensis MURR.
(teilweise angegeben als V. tricolor ssp. arvensis (MURR.)
GAUD.) [Fam. Violaceae/Veilchengewächse;
Wildes Stiefmütterchen bzw. Feld-Stiefmütterchen; Synonyme: V. tricolor L. ssp.
vulgaris (KOCH) OBORNY für V. tricolor L.
ssp. tricolor, V. tricolor L. ssp. arvensis (MURR.)
GAUD.) V. tricolor L. var. arvensis WAHLENB.
für V. arvensis; dt. Synonyme (gelten für beide Arten): Ackerveilchen,
Dreifaltigkeitsblume, Dreifarbiges Veilchen, Freisamkraut, Fronsamkraut, Jesusblümchen,
Sinnviole, Stiefmütterchen Tag- und Nachtveigerl; ein-, zwei- bis mehrjährige (nur
V. tricolor), bis 25 cm hoch werdende Kräuter mit gekerbten,
eiförmig-lanzettlichen, bis 3 cm langen Blätter und auffallend großen, geteilten
Nebenblättern, Blüte mit gespornter Krone, bei V. arvensis Kronblätter alle
Blätter cremefarben, bei V. tricolor die drei unteren meist gelb, obere
blauviolett, bei beiden Arten die drei unteren mit purpurnen bis schwärzlichen Strichen;
allgemein sehr formenreich!]. |
| Verbreitung: V. tricolor von Island und
Nordnorwegen über das gesamte Europa bis zum Altai und Vorderindien, oft auf Wiesen, aber
ebenso wie folgende Art auf Ackerland und Schuttplätzen, V. arvensis
Mittelmeergebiet, gemäßigtes bis kühles Europa (fehlend in Island) bis Vorder- und
Mittelasien sowie Vorderindien, besonders auf Getreide- und Hackfruchtäckern, Brachen, an
Weg- und Ackerrändern. |
| Droge: Die zur Blütezeit gesammelten und getrockneten
oberirdischen Teile. |
| Herkunft: Überwiegend aus dem Anbau in
mitteleuropäischen Ländern, besonders Holland, Deutschland, Frankreich. |
| Inhaltsstoffe: Mindestens 0,2 % Flavonoide, höchster Gehalt in den Blüten mit Rutin als Hauptkomponente, im Kraut
sowohl freie Aglykone als auch Glykoside, darunter eine Reihe von Glykosylverbindungen
(C-Glykoside); ca. 10 % Schleimstoffe, die sich in wasserlösliche und -unlösliche
Fraktion einteilen lassen; sehr wenig (ca. 0,01 %) ätherisches Öl; ca. 0,2 % Benzoesäurederivate,
darunter insbesondere Salicylsäuremethylester, Violutosid
(Salicylsäuremethylesterglucaribinosid), ferner p-Hydroxybenzoesäure,
Protocatechusäure, Vanillinsäure, Gentisinsäure; Phenylpropansäuren (u. a. trans-
und cis-Cumarsäure, trans-Kaffeesäure); im Gegensatz zu älteren
Literaturmitteilungen sicher keine Saponine sondern
hämolytisch aktive Peptide. |
| Anwendungsgebiete: Zur äußerlichen Anwendung bei
leichten, seborrhoischen
Hauterkrankungen sowie Milchschorf
der Kinder [Kom. E]. In der Volksheilkunde auch innerlich u. a. bei Rheuma, Gicht, Arteriosklerose und als
leichtes Abführmittel bei Verstopfungen (Wirksamkeit bei diesen
Indikationen nicht belegt!). |
| Gegenanzeigen: Keine bekannt. |
| Unerwünschte Wirkungen: Keine bekannt. |
| Dosierung und Art der Anwendung: Zur äußerlichen
Anwendung: Als Aufguss oder Abkochung 1,5 g auf 1 Tasse Wasser 3 x täglich [Kom.
E]. Zur innerlichen Anwendung: Als Infus 5 bis 10 g pro 1 Liter Wasser 3 x
täglich ein Esslöffel, als Tee ein Esslöffel mit einer Tasse Wasser überbrühen und im
Laufe des Tages nach den Mahlzeiten trinken. |
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