| Stammpflanzen: Arctostaphylos uva-ursi (L.) SPRENG.
[Fam. Ericaceae/Heidekrautgewächse; Bärentraube;
Synonyme: Arbutus uva-ursi L., Arctostaphylos media GREENE,
A. officinalis WIMM., A. procumbens PATZKE,
Mairania uva-ursi DESV., Uva-ursi buxifolia S. F. GRAY,
U. procumbens MOENCH; dt. Synonyme: Mehlbeere, Moosbeere,
Sandbeere, Wilder Buchsbaum, Wolfstraube; Kleiner Strauch mit niederliegenden, zu mehreren
aus einer Wurzel entspringenden, wurzelnden, reichverzweigten, bis 1 m langen Stämmchen
und Ästen, die nahezu rasenbildend sind. Die blütenlosen Äste flach ausgebreitet, die
blütentragenden aufsteigend. Blätter immergrün, ledrig, derb, ganzrandig, ca. 2 cm lang
und 1 cm breit, länglich-verkehrt eiförmig, oben breit gerundet, unten in den kurzen
Stiel verschmälert, oberseits dunkelgrün, unterseits blassgrün. Blüten kurzgestielt,
in wenigblütigen Trauben, mit kurzen, bis 1 mm langen Kelchblättern und ca. 6 mm langen,
verwachsenen, weißen oder rötlichen Kronblättern. |
| Verbreitung: In Europa von Spanien und Italien bis zum
Nordkap und Island, im gemäßigter und Dauerfrostzone Asiens im Osten bis Ostsibirien, im
Süden bis in den Kaukasus, Altai und Himalaya, USA, Kanada, Guatemala. |
| Droge: Die getrockneten, ganzen oder geschnittenen
Blätter mit einem Mindestgehalt an Hydrochinon-Derivaten von 8,0 %. |
| Herkunft: Aus Wildvorkommen besonders Spaniens, Italiens,
Tirols und der Schweiz, ferner Skandinaviens, Polens, Russlands und Bulgariens. |
| Inhaltsstoffe: Durchschnittlich bis 12, gelegentlich bis
15 % Phenolglykoside, darunter insbesondere Arbutin
und, je nach Herkunft der Droge, nennenswerte Mengen an Methylarbutin, weitere
Hydrochinonderivate (Gallussäureester von Arbutin, freies Hydrochinon) nur in geringen
Konzentrationen. Ferner freie Gallussäure,
Flavonoide und Gallotannine. |
| Wirkungen: In vitro antibakterielle Aktivität
gegen verschiedene Mikroorganismen. |
| Anwendungsgebiete: Entzündliche Erkrankungen der
ableitenden Harnwege. Zur Unterstützung bei der Therapie von Blasen- und
Nierenbeckenkatarrhen. In der Volksheilkunde zahlreiche weitere Anwendungsgebiete, bei
denen es sich um verschiedenste Erkrankungen des Urogenitaltraktes handelt. Für diese
Anwendungen fehlen jedoch wissenschaftliche Belege. |
| Dosierung und Art der Anwendung: 10 g geschnittene oder
pulverisierte Droge (einer Arbutinmenge von 400 bis 700 mg entsprechend) als Tagesdosis, 2
bis 3 g als Einzeldosis. Zur Teebereitung wird ein knapper Teelöffel voll der
pulverisierten Droge (ca. 2 g) mit ca. 150 ml kochendem Wasser übergossen und nach 15 min
durch ein Teesieb gegeben. Zur Herstellung eines Kaltwassermatzerats wird mit kaltem
Wasser übergossen und 6 bis 12 Stunden Ziehen gelassen. Zur Alkalisierung des Harns und
besseren Hydrochinonfreisetzung wird gleichzeitige Zufuhr von reichlich pflanzlicher
Nahrung oder gleichzeitige Gabe von Natriumhydrogencarbonat empfohlen. |
| Nebenwirkungen: Bei Magenempfindlichkeit und bei Kindern
unter Umständen Übelkeit und Erbrechen. Bei langdauernder Anwendung Gefahr von
Leberschäden. |
| Wechselwirkungen: Keine gemeinsame Anwendung mit
harnansäuernden Mitteln. |
| Anwendungsbeschränkungen: Ohne Rücksprache mit dem Arzt
keine langandauernde Anwendung. Nicht in der Schwangerschaft und Stillzeit anzuwenden. |
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