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Bärentraubenblätter - Uvae Ursi folium DAB 1999
Stammpflanzen: Arctostaphylos uva-ursi (L.) SPRENG. [Fam. Ericaceae/Heidekrautgewächse; Bärentraube; Synonyme: Arbutus uva-ursi L., Arctostaphylos media GREENE, A. officinalis WIMM., A. procumbens PATZKE, Mairania uva-ursi DESV., Uva-ursi buxifolia S. F. GRAY, U. procumbens MOENCH; dt. Synonyme: Mehlbeere, Moosbeere, Sandbeere, Wilder Buchsbaum, Wolfstraube; Kleiner Strauch mit niederliegenden, zu mehreren aus einer Wurzel entspringenden, wurzelnden, reichverzweigten, bis 1 m langen Stämmchen und Ästen, die nahezu rasenbildend sind. Die blütenlosen Äste flach ausgebreitet, die blütentragenden aufsteigend. Blätter immergrün, ledrig, derb, ganzrandig, ca. 2 cm lang und 1 cm breit, länglich-verkehrt eiförmig, oben breit gerundet, unten in den kurzen Stiel verschmälert, oberseits dunkelgrün, unterseits blassgrün. Blüten kurzgestielt, in wenigblütigen Trauben, mit kurzen, bis 1 mm langen Kelchblättern und ca. 6 mm langen, verwachsenen, weißen oder rötlichen Kronblättern.
Verbreitung: In Europa von Spanien und Italien bis zum Nordkap und Island, im gemäßigter und Dauerfrostzone Asiens im Osten bis Ostsibirien, im Süden bis in den Kaukasus, Altai und Himalaya, USA, Kanada, Guatemala.
Droge: Die getrockneten, ganzen oder geschnittenen Blätter mit einem Mindestgehalt an Hydrochinon-Derivaten von 8,0 %.
Herkunft: Aus Wildvorkommen besonders Spaniens, Italiens, Tirols und der Schweiz, ferner Skandinaviens, Polens, Russlands und Bulgariens.
Inhaltsstoffe: Durchschnittlich bis 12, gelegentlich bis 15 % Phenolglykoside, darunter insbesondere Arbutin und, je nach Herkunft der Droge, nennenswerte Mengen an Methylarbutin, weitere Hydrochinonderivate (Gallussäureester von Arbutin, freies Hydrochinon) nur in geringen Konzentrationen. Ferner freie Gallussäure, Flavonoide und Gallotannine.
Wirkungen: In vitro antibakterielle Aktivität gegen verschiedene Mikroorganismen.
Anwendungsgebiete: Entzündliche Erkrankungen der ableitenden Harnwege. Zur Unterstützung bei der Therapie von Blasen- und Nierenbeckenkatarrhen. In der Volksheilkunde zahlreiche weitere Anwendungsgebiete, bei denen es sich um verschiedenste Erkrankungen des Urogenitaltraktes handelt. Für diese Anwendungen fehlen jedoch wissenschaftliche Belege.
Dosierung und Art der Anwendung: 10 g geschnittene oder pulverisierte Droge (einer Arbutinmenge von 400 bis 700 mg entsprechend) als Tagesdosis, 2 bis 3 g als Einzeldosis. Zur Teebereitung wird ein knapper Teelöffel voll der pulverisierten Droge (ca. 2 g) mit ca. 150 ml kochendem Wasser übergossen und nach 15 min durch ein Teesieb gegeben. Zur Herstellung eines Kaltwassermatzerats wird mit kaltem Wasser übergossen und 6 bis 12 Stunden Ziehen gelassen. Zur Alkalisierung des Harns und besseren Hydrochinonfreisetzung wird gleichzeitige Zufuhr von reichlich pflanzlicher Nahrung oder gleichzeitige Gabe von Natriumhydrogencarbonat empfohlen.
Nebenwirkungen: Bei Magenempfindlichkeit und bei Kindern unter Umständen Übelkeit und Erbrechen. Bei langdauernder Anwendung Gefahr von Leberschäden.
Wechselwirkungen: Keine gemeinsame Anwendung mit harnansäuernden Mitteln.
Anwendungsbeschränkungen: Ohne Rücksprache mit dem Arzt keine langandauernde Anwendung. Nicht in der Schwangerschaft und Stillzeit anzuwenden.
Literatur: Hagers Handbuch der pharmazeutischen Praxis, Band 4, Drogen A-D, Springer-Verlag, Berlin-Heidelberg-New York 1992; Köhler's Atlas der Medizinal-Pflanzen, Band 1, Gera 1887

Bilder:
Arctostaphylos uva-ursi: Die polsterbildende Art besitzt mehr oder weniger waagerecht verlaufende, blütenlose Triebe sowie aufsteigende bis aufrechte, blütentragende Zweige (oben links). Unten links ist die typische Braunrotfärbung der Zweige deutlich zu erkennen. Die Abbildung unten rechts zeigt die in Trauben angeordneten Blüten.

© Thomas Schöpke thomas@schoepke.de