| Theae nigrae folium - Schwarzer Tee Stammpflanzen: Camellia
sinensis (L.) O. KUNTZE [Teestrauch; immergrüner, reich verzweigter, in wildem Zustand
baumartig werdender Strauch mit wechselständigen, immergrünen, ledrigen, grob-gesägten
Blättern]
Verbreitung: kein natürliches Vorkommen, angebaut
insbesondere in tropischen Gebieten Asiens mit einer Mindestniederschlagsmenge von 1300 mm
im Jahr (Indien, China, Sri Lanka, Japan), daneben auch auf anderen Kontinenten
Droge: die von mindestens 3 Jahre alten Pflanzen
gewonnenen, sehr jungen, nur wenig ledrigen, flaumig behaarten Blätter, welche
anschließend einer Fermentation unterworfen werden (Umwandlung der Catechine in
Gerbstoffe, Entstehung der Aromastoffe)
Inhaltsstoffe: Purinalkaloide,
darunter bis 4 % Coffein, bis 0,2 % Theobromin und bis 0,04 % Theophyllin,
Fermentationsprodukte der Catechine, darunter bis 2 % Theaflavine (für die Farbe der
Droge verantwortliche, orangerote Substanzen) und 20-30 % Thearubigene (= Theaflagalline,
rotbraungefärbte Substanzen mit Gerbstoffcharakter, die Molmassen von 1.000 bis 40.000
Dalton aufweisen), Saponine
Wirkungen: Coffeinwirkungen:
Verringerung des Schlafbedürfnisses, Erhöhung der Aufmerksamkeit, Verbesserung des
Wahrnehmungsvermögens für sensorische Reize und des Konzentrations-, Reaktions- sowie
Lernvermögens; am Herzen positiv inotrop; Thearubigene: allg. Gerbstoffwirkung mit
sekretionseinschränkendem und resorptionshemmendem Effekt
Anwendung: in
der Volksheilkunde infolge Coffeingehalts als Anregunsmittel und infolge Gerbstoffgehalts
als Antidiarrhoikum
Dosierung und Art der Anwendung: als Teeaufguss 1 Teelöffel mit sprudelndem kochendem Wasser
übergießen; zur Verwendung als Stimulans 3 min ziehen lassen (Coffein überwiegend
extrahiert, Gerbstoffe kaum), zur Verwendung als Antidiarhoikum 10 min ziehen lassen
Anwendungsbeschränkungen: nicht anzuwenden in der Schwangerschaft, Stillzeit sowie bei
Kindern unter 12 Jahren sowie nicht bei Darmverschluß und akut-entzündlichen
Erkrankungen des Darmes
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln: infolge adstringierender Wirkung der Gerbstoffe ist verzögerte
Resorption von Arzneistoffen möglich, daneben durch Komplexbildung mit N-haltigen
Arzneimitteln Reduzierung von deren Bioverfügbarkeit
Sonstige pharmazeutische Nutzung: zur Gewinnung von Coffein
Sonstige Nutzung: als Genußmittel |