| Stammpflanzen: Salix purpurea L., Salix
daphnoides VILLARS und andere Salix-Arten [Fam. Salicaceae/Weidengewächse; Weide; sommergrüne Bäume
oder Sträucher mit schraubig angeordneten, kurz gestielten, ungeteilten Blättern
unterschiedlicher Form, auf der Unterseite mehr oder weniger behaart; Pflanzen
zweihäusig, Blüten in als Kätzchen bezeichneten Ähren, die vor oder mit den
Laubblättern erscheinen]. |
| Verbreitung: Kosmopoliten mit Verbreitungsschwerpunkt in
nördlicher gemäßigter Hemisphäre. In arktischer Zone Zwerg- oder Spaliersträucher. |
| Droge: Die im Frühjahr gesammelte, ganze oder
geschnittene oder gepulverte, getrocknete Rinde junger Zweige mit einem
Mindestgesamtsalicingehalt von 1,0 %. |
| Herkunft: Droge überwiegend aus dem ehemaligen
Jugoslawien, Bulgarien, Ungarn und Rumänien. |
| Inhaltsstoffe: Phenolglykoside. Überwiegend Ester des Salicins,
darunter als Hauptverbindungen Salicortin,
Tremulacin und 2'-Acetylsalicortin. Mengenverhältnisse und absoluter Gehalt innerhalb
der Gattung stark schwankend (je nach Art zwischen 1,5 und etwa 11 %). Ferner zahlreiche Flavonoide. |
| Anwendungsgebiete: Fieberhafte Erkrankungen, rheumatische
Beschwerden, Kopfschmerzen. In der Volksheilkunde allgemein bei grippalen Zuständen,
Zahnschmerzen, zur Behandlung leichter Schmerzen, äußerlich bei Fußschweiß und zur
Behandlung schlecht heilender Wunden. Daneben existieren eine Reihe weiterer
volkstümlicher Indikationen, bei denen es keinen Beweis der Wirksamkeit gibt. |
| Dosierung und Art der Anwendung: Mittlere Tagesdosis für
flüssige und feste Darreichungsformen zur innerlichen Anwendung einer Gesamtsalicinmenge
von 60 bis 120 mg entsprechend. Zur Teebereitung existieren zahlreiche Vorschriften.
Bevorzugt wird ein Kaltwasserauszug. Dazu 1 bis 2 Teelöffel Weidenrinde (1 Teelöffel =
ca. 3,6 g) mit 1 bis 2 Tassen Wasser ansetzen und über Nacht ziehen lassen und tagsüber
trinken. Für zum sofortigen Gebrauch vorgesehene Heißwasserauszüge einen Teelöffel
fein geschnittener Weidenrinde mit ¼ Liter Wasser übergießen und ganz langsam zum
Sieden erhitzen, davon 2 Tassen pro Tag trinken, oder ein einer Drogenmenge von nur 2 g
entsprechenden Teelöffel in ein Glas geben und mit kochend heißem Wasser übergießen,
20 min ziehen lassen, abseihen und mehrmals täglich davon trinken. Zur Verwendung als
Fiebermittel existieren ebenfalls verschiedene Angaben. Üblich sind 1 bis 2 g
Weidenrindenpulver mehrmals täglich. Zur äußerlichen Anwendung 50 g Droge auf ½ Liter
Wasser. |
| Nebenwirkungen, Wechselwirkungen und Gegenanzeigen:
Prinzipiell ist von den gleichen Neben- und Wechselwirkungen und damit Gegenanzeigen
auszugehen wie beim Gebrauch von Salicylsäurederivaten. Entsprechende Effekte wurden
experimentell auch nachgewiesen, spielen aber bei bestimmungsgemäßen Gebrauch der Droge
aber scheinbar keine praktische Rolle. |
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