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| Orthosiphonis folium -
Orthosiphonblätter Ph. Eur. Nachtrag 1999 |
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| Stammpflanze: Orthosiphon aristatus (BLUME)
MIQ. [Fam.
Lamiaceae/Lippenblütengewächse]; Katzenbart; Synonyme: Clerodendranthus spicatus
(THUNB.) C. Y. WU ex H. W. LI, Clerodendrum
spicatum THUNB, Ocimum grandiflorum BOLD., Orthosiphon spicatus (THUNB.)
BAK., Orthosiphon stamineus BENTH.
Mehrjährige, unter günstigen Wachstumsbedingungen über 1 m hohe, ansonsten bis 60 cm
hohe krautige Pflanze mit vierkantigem, kahlem bis behaartem Stengel und dekussierten Blättern. Blätter ca.
75 mm lang, kurz gestielt, eiförmig-lanzettlich, mit unregelmäßig grob gesägten bis
gezähnten Rand. Blüten in mehr oder weniger reichblütigen Trauben am Ende der
Seitenäste. Kronblätter hellviolett, schon nahezu weiß, bis blauviolett, mit ca. 2 cm
langer Röhre und breiter Ober- sowie schmaler Unterlippe. Charakteristisch für die Art
sind die langen, weit aus der Krone herausragenden Staubblätter und der ebenso lange
Griffel (Name der Pflanze!). |
| Verbreitung: Tropisches Asien bis tropischer Teil
Australiens. |
| Droge: Die zerkleinerten, getrockneten Laubblätter und
Stengelspitzen. |
| Beschreibung der Droge: Blätter brüchig, bis 7,5 cm
lang und 2,5 cm breit, mit eiförmiger bis lanzettlicher, an der Basis keilförmiger, lang
zugespitzter Spreite und kurzen Stielen. Die Blattspreite besitzt eine hellgraugrüne
Oberseite und eine dunkel- bis bräunlichgrüne Unterseite sowie eine fiederförmige
Äderung mit wenigen Seitenadern. Diese sind nur mit der Lupe zu erkennen, verlaufen
zunächst nahezu parallel zur Hauptader und zweigen dann plötzlich im Spitzen Winkel ab.
Der Rand der Spreite ist unregelmäßig grob gezähnt, zuweilen gekerbt und nach der
Unterseite etwas gebogen. Die Stiele der Blätter sind etwa 4 bis 8 mm lang und, wie auch
die Hauptadern der Spreite, meist violett gefärbt. Gelegentlich enthält die Droge auch
die traubigen Blütenstände, in denen die bläulichweißen Blüten noch nicht geöffnet
sind. |
| Synonyme Drogenbezeichnungen: Indischer Nierentee,
Javanischer Nierentee, Javatee. |
| Geruch und Geschmack: Geruch sehr schwach aromatisch,
Geschmack etwas salzig, schwach bitter und adstringierend. |
| Herkunft: Tropisches Asien, Indonesien. |
| Inhaltsstoffe: Etwa 0,2 % höher methoxylierte Flavonoide mit Sinensetin
als Hauptkomponente, 0,02 bis 0,06 %, überwiegend aus Sesquiterpenen bestehendes ätherisches Öl,
verschiedene Kaffeesäurederivate (als Hauptbestandteil 2,3-Dicaffeoyltartrat, ferner Rosmarinsäure
und 2-Caffeoyltartrat) und bis 0,2 % hochoxidierte Diterpenester vom Pimaran-Typ (u. a. Orthosiphole
A und B). |
| Wirkungen: Diuretische Wirkung: Insbesondere in
verschiedenen Studien am Menschen konnte eine Erhöhung der ausgeschiedenen Harnmenge
beobachtet werden, die mit einer vermehrten Kochsalzausscheidung einher ging. Antimikrobielle
Wirkung: Studien zur antimikrobiellen Wirksamkeit wurden bislang kaum durchgeführt.
In einzelnen Experimenten konnte eine Hemmung von Streptococcus mutans durch
einen wässrigen Extrakt und eine Wachstumshemmung verschiedener Pilzsporen durch einen
wässrig-alkoholischen Extrakt beobachtet werden. |
| Anwendungsgebiete: Zur Durchspülung bei bakteriellen und
entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege und bei Nierengrieß. |
| Dosierung und Art der Anwendung: Zubereitungen einer
Drogenmenge von 6 bis 12 g pro Tag entsprechend. Die Teebereitung
erfolgt entweder durch Übergießen von 2 Teelöffel voll Droge (ca. 2 g) bzw. eines eine
entsprechende Menge enthaltenden Aufgussbeutels mit 150 ml heißem Wasser, der nach
15minütigem Ziehen die Filtration durch ein Teesieb folgt, oder durch Ansetzen mit kaltem
Wasser und mehrstündigem Ziehen. Auf reichliche Flüssigkeitszufuhr
achten! |
| Gegenanzeigen: Nicht anzuwenden bei Wasseransammlungen
(Ödemen) infolge eingeschränkter Herz- und Nierentätigkeit. |
| Unerwünschte Wirkungen: Keine bekannt. |
| Dauer der Anwendung: Bei akuten Beschwerden, die länger
als eine Woche andauern oder periodisch wiederkehren, ist Rücksprache mit einem Arzt zu
führen. |
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| Bilder: |
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| Orthosiphon aristatus: Die Aufnahmen entstanden im
botanischen Garten von Cairns, welches an der Küste Queenslands im tropischen Teil
Australiens gelegen ist. Die linke Abbildung zeigt
die stattliche Dimensionen annehmende ganze Pflanze, die Abbildung halblinks blühende Zweige. Das mittlere und
rechten Bilder zeigen die traubigen Infloreszenzen mit den nahezu weißen Blüten, bei
denen die langen Staubblätter besonders hervorstechen. |
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| Literatur: Hagers Handbuch der pharmazeutischen
Praxis, Band 5, Drogen E-O, Springer-Verlag, Berlin-Heidelberg-New York 1993; M. Wichtl
(Hrsg.), Teedrogen und Phytopharmaka, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart
1997; Monografie der Kommission E, Bundes-Anzeiger Nr. 50 vom 13.03.1986; Europäisches
Arzneibuch 1999 |
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© Thomas Schöpke thomas@schoepke.de |