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| Opium - Opium | |||
| Stammpflanze: Papaver somniferum L.
[Schlafmohn; einjährige, bis 1,5 m hoch werdende, graugrüne, krautige Pflanze mit
wachsigen, länglichen und grob gezähnten Blättern und blaßlila oder weiß gefärbten,
bis 18 cm großen Blüten mit schwarzem Fleck am Grunde; K2 C2+2, A viele, G(2); Sprosse
mit weißem Milchsaft; Frucht eine kugelige bis eiförmige Kapsel] Verbreitung: alte Kulturpflanze, die sich vom im Mittelmeergebiet vorkommenden Borstigen Mohn (Papaver setigerum DC.) ableitet; exakte Herkunft schwer bestimmbar; Kultur derzeit bevorzugt in Indien, der Türkei und den GUS-Staaten Droge: der zu gelbbraunen Broten geformte, charakteristisch riechende, bitter und etwas scharf schmeckende, erhärtete Milchsaft Gewinnung: zunächst Gewinnung von Rohopium durch abendliches horizontales oder vertikales Anritzen der grünen Kapseln 8-14 Tage nach dem Abfallen der Kronblätter und Abkratzen des ausgetretenen, erhärteten und braun verfärbten Milchsafts am nächsten Morgen (20.000 Mohnkapseln liefern 1 kg Opium); daraus nach Gehaltsbestimmung und Mischen von hochwertigeren und schlechteren Sorten (Morphingehalt schwankt zwischen 3 und 23 %) Herstellung von Stücken mit einem Gewicht von ca. 2 kg und einem Mindestmorphingehalt von 12 % Zusammensetzung von Rohopium: zu 20-30 % bestehend aus ca. 40 (50) verschiedenen, überwiegend als Salze der Mekonsäure sowie der Milchsäure, Fumarsäure und Schwefelsäure vorliegenden Alkaloiden vom Morphinan- und Benzylisochinolin-Typ; vom Morphinan-Typ insbesondere Morphin (3-23 %), Codein (0,2-3,5 %) und Thebain (0,2-1,0 %), vom Benzylisochinolin-Typ Papaverin (0,5-3,0 %), Noscapin (= Narcotin, 2-12 %) und Narcein (0,1-0,7 %) Wirkungen der Droge: verursacht im wesentlichen durch Morphin und beeinflußt durch übrige Alkaloide Morphinwirkungen: |
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| Wirkungen weiterer Alkaloide: Codein mit stark dämpfender Wirkung auf das Hustenzentrum, kaum
analgetische Wirkung, jedoch Potenzierung der Wirkung anderer (schwach wirksamer)
Analgetika, Thebain krampferregend, nicht narkotisch, Papaverin durch peripheren Angriff lähmend auf Muskulatur von
Magen, Darm, Gallenblase und Gallenwege, Noscapin mit zentral
antitussiver Wirkung sowie mit Steigerung der analgetischen Wirkung des Morphins Verwendung: in der Therapie nur noch selten in Form der Opiumtinktur (höchste Einzeldosis 1,5 g) zur Ruhigstellung des Darmes bei schweren Durchfällen, hauptsächlich zur Isolierung verschiedener Alkaloide, insb. von Morphin (z. T. Derivatisierung zu Codein) |
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![]() Morphin: R = H- |
![]() Papaverin |
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![]() Thebain |
![]() Noscapin |
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Mekonsäure |
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| Bilder: | Weitere Bilder: | Papaver somniferum*
Strichzeichnung) Papaver somniferum* (Pflanze mit Blüte und Früchten) Papaver somniferum* (Blüte) Papaver somniferum* (fruchtende Pflanzen) Papaver somniferum* (Kapsel) Papaver somniferum* (ganze, blühende Pflanzen) |
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| Papaver somniferum (ganze Pflanze) | |||
| Papaver somniferum (Blüte und unreife Frucht) | |||
© Thomas Schöpke thomas@schoepke.de |
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