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Menthae piperitae folium - Pfefferminzblätter Ph. Eur.
Stammpflanze: Mentha x piperita L. [Pfefferminze; 0,5-0,9 m hohe Pflanze mit häufig verzweigten Stengeln und länglich-eiförmigen bis lanzettlichen, gesägten und deutlich gestielten Blättern; Blätter und Stengel oft violett überlaufen; kleine, violette Blüten in dichten Scheinähren; steril, mit oberirdisch verlaufenden Ausläufern (Stolonen), welche zur vegetativen Vermehrung genutzt werden]
Allgemeines zur Botanik: Bei der Pfefferminze handelt es sich um eine Kreuzung (Bastard) aus der Wasserminze Mentha aquatica und der Grünen Minze Mentha spicata. Durch Züchtung wurden zahlreiche Unterarten, Varietäten und Formen hervorgebracht, die sich sowohl durch äußere Eigenschaften (z. B. dunkelgrüne und hellgrüne Sorten) als auch durch die für ihre therapeutische Nutzung verantwortliche Inhaltsstoffzusammensetzung unterscheiden. Eine sortengerechte Vermehrung ist lediglich durch vegetative Vermehrung möglich, für die man die Stolonen (s. oben) verwendet.
Vorkommen: durch häufige Verwilderung von kultivierten Pflanzen weit verbreitet in Europa und Nordamerika
Droge: die bei maximal 42° C getrockneten Blätter bzw. Blätter und blühenden Zweigspitzen (Ernte meist 2-3mal jährlich beginnend kurz vor der Blüte bis hinein in den September)
Herkunft: ausschließlich aus Kulturen; Hauptanbaugebiete: Ukraine, Balkanländer, ehemaliges Jugoslawien, Griechenland, Deutschland (Thüringen, Bayern), Österreich, Spanien, Ägypten sowie weitere Länder Osteuropas
Inhaltsstoffe: 0,5-4 % ätherisches Öl, welches sich zum überwiegenden Teil aus Monoterpenderivaten zusammensetzt [Hauptkomponenten: Menthol (35-45 %), Menthon (15-20 %), Menthylacetat (3-5 %), 1,8-Cineol (6-8 %), Menthofuran (2-7 %), Neomenthol (2,5-3,5 %), daneben noch zahlreiche weitere Monoterpene und kleine Mengen Sesquiterpene], Glykoside der Komponenten des ätherischen Öls, reichlich Gerbstoffe ("Labiatengerbstoffe", Gehaltsangaben sehr variabel), zahlreiche Flavonoide (insbes. freie Flavone sowie deren Glykoside) und zahlreiche weitere Inhaltsstoffe, die vermutlich für die Wirkung/Anwendung der Droge von untergeordnetem Interesse sind
Wirkungen: Da es sich um eine der am häufigsten genutzten Arzneipflanzen handelt, wurden bisher unzählige pharmakologische Untersuchungen durchgeführt, in denen zwangsläufig auch eine Vielzahl von Wirkungen beschrieben wurden. Hierzu zählen die antimikrobielle, antivirale, spasmolytische, diuretische und choleretische Wirkung. Für die Anwendung der Droge (s. unten) sollten insbesondere die spasmolytische und choleretische Wirkung von Bedeutung sein.
Anwendungsgebiete: als Spasmolytikum, Karminativum und Cholagogum bei krampfartigen Beschwerden im Magen-Darm-Bereich sowie der Gallenblase und der Gallenwege; in der Volksheilkunde, zumeist in Kombination mit anderen Drogen, gelegentlich auch als Sedativum
Gegenanzeigen: bei Gallensteinen Anwendung nur nach Rücksprache mit dem Arzt!!!
Dosierung und Art der Anwendung: 1 Eßlöffel (ca. 1,5 g) oder einen diese Menge enthaltenden Aufgußbeutel mit ca. 150 ml siedendem Wasser übergießen, 10-15 min stehen lassen und dann gegebenfalls filtrieren; 2-4mal täglich eine Tasse
Unerwünschte Wirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Mitteln: keine bekannt

Menthol.wmf (43790 Byte) Menthfur.wmf (39514 Byte) 18cineol.wmf (2358 Byte)
oben: (-)-Menthol
unten: (+)-Neomenthol
oben: Menthofuran
unten: Menthylacetat
oben: 1,8-Cineol
unten: Menthon
Neomenth.wmf (44090 Byte) Menthac.wmf (3510 Byte) Menthon.wmf (38942 Byte)

Bilder:
wpe108.jpg (5042 Byte)Mentha x piperita L. (ganze Pflanze)

© Thomas Schöpke thomas@schoepke.de