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Meliloti herba - Steinkleekraut (DAC 86)
Stammpflanzen: Melilotus officinalis (L.) PALL. und M. altissima THUILL. [Fam. Fabaceae/ Schmetterlingsblütengewächse; Echter bzw. Hoher Steinklee; Synonyme (Echter St.): Melilotus arvensis WALLR., Trifolium melilotus officinalis L.; dt. Synonyme: Kleiner gelber Steinklee, Ackerhornklee; Synonyme (hoher St.): Melilotus gigantea WENDER., Melilotus macrorrhiza PERS.   Trifolium macrorrhizum WALDST. et KIT., Trifolium   officinale WILLD.; dt. Synonyme: Sumpf-Steinklee]
Artbeschreibung: Melilotus officinalis: zweijähriges, bis 2,5 m hohes, aufrechtes oder niederliegendes Kraut mit 3fach gefingerten, entfernt stehenden Laubblättern aus länglich-eiförmigen Blättchen und lanzettlichen Nebenblättern, Blüten gelb, bis 7 mm lang, zu 30 bis 70 in bis 10 cm langen Trauben; M. altisissima: zweijähriges (z. T. auch ein- oder mehrjähriges) Kraut, ähnlich M. officinalis; Unterscheidungsmerkmale beider Arten: bei M. officinalis Fahne und Flügel länger als das Schiffchen, Fruchtknoten und Frucht kahl, bei M. altisissima Fahne und Flügel länger als Schiffchen und Fruchtknoten und Frucht behaart.
Verbreitung: M. officinalis auf Ackerland und Ruderalflächen, zumeist stickstoffreichen Böden in fast ganz Europa (fehlend in arktischen Regionen sowie in Island) bis Westchina, M. altisissima an feuchteren und salzhaltigeren Standorten in lichten Wäldern und auf Schuttplätzen von Westeuropa bis Asien (nördliche Verbreitungsgrenze in Südskandinavien).
Droge: Die getrockneten Blätter und Blütenstände beider Arten.
Drogenbeschreibung: Geruch stark nach Cumarin, Geschmack bitter und scharf, beim Kauen schleimig werdend. Schnittdroge charakterisiert durch Anwesenheit meist gut erhaltener, gelber Blüten, ferner durch Teile der Blütenstände und gezähnte, längliche Blättchen, hohle Stengelteile und 2 bis 3 mm lange Früchte.
Herkunft: Kulturen der Hauptanbaugebiete Türkei und Balkenländer.
Inhaltsstoffe: 0,2 bis 1 % Cumarine, darunter Melitosid, freies Cumarin, Melitonin, Scopoletin und Umbelliferon, phenolische Säuren und deren Glykoside (o- und p-Cumarsäure, Kaffeesäure, Salicylsäure), Flavonoide, Triterpensaponine.
Wirkungen und Wirkungsmechanismus: Antiphlogistisch, spasmolytisch und ödemprotektiv. Diese Wirkungen wurden intensiv untersucht und in zahlreichen Originalarbeiten beschrieben (Zusammenfassung in Lit.).
Anwendungsgebiete: Entsprechend der Empfehlung der Kommission E: innerlich bei chronisch venöser Insuffizienz mit Beschwerden wie Schmerzen und Schweregefühl in den Beinen, nächtlichen Wadenkrämpfen, Juckreiz und Schwellungen; zur unterstützenden Behandlung der Thrombophlebitis, des postthrombotischen Syndroms, von Hämorrhoiden und Lymphstauungen; äußerlich bei Prellungen, Verstauchungen und oberflächlichen Blutergüssen.
Gegenanzeigen: Keine bekannt.
Unerwünschte Wirkungen: In seltenen Fällen Kopfschmerzen [Kom. E].
Dosierung und Art der Anwendung: Soweit nicht anders verordnet mit einer mittleren Tagesdosis einer Cumarinmenge von 3 bis 30 mg (zum Einnehmen) bzw. 1,0 bis 7,0 mg (zur parenteralen Anwendung) entsprechend meist in Form von dieser Tagesdosis entsprechend standardisierten Fertigpräparaten [Kom. E]. Bei Teebereitung täglich 2-3 Tassen des wie folgt hergestellten Tees: 1 bis 2 Teelöffel voll (1 Teelöffel ca. 1,6 g) der fein geschnittenen Droge werden mit siedendem Wasser übergossen und durch ein Teesieb gegeben, zur Bereitung eines Breiumschlages bei Geschwüren und Hämorrhoiden Droge mit heißem Wasser durchfeuchten, in Mullsäckchen einbinden und auflegen [Wichtl].

Bilder:

Melilotus officinalis (L.) PALL. (Echter Steinklee): Infloreszenz und Blätter

© Thomas Schöpke thomas@schoepke.de