| Stammpflanzen: Melilotus officinalis (L.) PALL.
und M. altissima THUILL. [Fam. Fabaceae/
Schmetterlingsblütengewächse; Echter bzw. Hoher Steinklee; Synonyme (Echter St.): Melilotus
arvensis WALLR., Trifolium melilotus officinalis L.; dt.
Synonyme: Kleiner gelber Steinklee, Ackerhornklee; Synonyme (hoher St.): Melilotus
gigantea WENDER., Melilotus macrorrhiza PERS.
Trifolium macrorrhizum WALDST. et KIT., Trifolium
officinale WILLD.; dt. Synonyme: Sumpf-Steinklee] |
| Artbeschreibung: Melilotus officinalis:
zweijähriges, bis 2,5 m hohes, aufrechtes oder niederliegendes Kraut mit 3fach
gefingerten, entfernt stehenden Laubblättern aus länglich-eiförmigen Blättchen und
lanzettlichen Nebenblättern, Blüten gelb, bis 7 mm lang, zu 30 bis 70 in bis 10 cm
langen Trauben; M. altisissima: zweijähriges (z. T. auch ein- oder
mehrjähriges) Kraut, ähnlich M. officinalis; Unterscheidungsmerkmale beider
Arten: bei M. officinalis Fahne und Flügel länger als das Schiffchen,
Fruchtknoten und Frucht kahl, bei M. altisissima Fahne und Flügel länger als
Schiffchen und Fruchtknoten und Frucht behaart. |
| Verbreitung: M. officinalis auf Ackerland und
Ruderalflächen, zumeist stickstoffreichen Böden in fast ganz Europa (fehlend in
arktischen Regionen sowie in Island) bis Westchina, M. altisissima an feuchteren
und salzhaltigeren Standorten in lichten Wäldern und auf Schuttplätzen von Westeuropa
bis Asien (nördliche Verbreitungsgrenze in Südskandinavien). |
| Droge: Die getrockneten Blätter und Blütenstände
beider Arten. |
| Drogenbeschreibung: Geruch stark nach Cumarin, Geschmack
bitter und scharf, beim Kauen schleimig werdend. Schnittdroge charakterisiert durch
Anwesenheit meist gut erhaltener, gelber Blüten, ferner durch Teile der Blütenstände
und gezähnte, längliche Blättchen, hohle Stengelteile und 2 bis 3 mm lange Früchte. |
| Herkunft: Kulturen der Hauptanbaugebiete Türkei und
Balkenländer. |
| Inhaltsstoffe: 0,2 bis 1 % Cumarine, darunter Melitosid,
freies Cumarin,
Melitonin,
Scopoletin
und Umbelliferon, phenolische Säuren und deren Glykoside (o- und
p-Cumarsäure, Kaffeesäure, Salicylsäure),
Flavonoide, Triterpensaponine. |
| Wirkungen und Wirkungsmechanismus: Antiphlogistisch, spasmolytisch und ödemprotektiv. Diese
Wirkungen wurden intensiv untersucht und in zahlreichen Originalarbeiten beschrieben (Zusammenfassung in Lit.). |
| Anwendungsgebiete: Entsprechend der Empfehlung der
Kommission E: innerlich bei chronisch venöser Insuffizienz mit Beschwerden wie
Schmerzen und Schweregefühl in den Beinen, nächtlichen Wadenkrämpfen, Juckreiz und
Schwellungen; zur unterstützenden Behandlung der Thrombophlebitis, des postthrombotischen
Syndroms, von Hämorrhoiden und Lymphstauungen; äußerlich bei Prellungen,
Verstauchungen und oberflächlichen Blutergüssen. |
| Gegenanzeigen: Keine bekannt. |
| Unerwünschte Wirkungen: In seltenen Fällen
Kopfschmerzen [Kom. E]. |
| Dosierung und Art der Anwendung: Soweit nicht anders
verordnet mit einer mittleren Tagesdosis einer Cumarinmenge von 3 bis 30 mg (zum
Einnehmen) bzw. 1,0 bis 7,0 mg (zur parenteralen Anwendung) entsprechend meist in Form von
dieser Tagesdosis entsprechend standardisierten Fertigpräparaten [Kom. E].
Bei Teebereitung täglich 2-3 Tassen des wie folgt hergestellten Tees: 1 bis 2 Teelöffel
voll (1 Teelöffel ca. 1,6 g) der fein geschnittenen Droge werden mit siedendem Wasser
übergossen und durch ein Teesieb gegeben, zur Bereitung eines Breiumschlages bei
Geschwüren und Hämorrhoiden Droge mit heißem Wasser durchfeuchten, in Mullsäckchen
einbinden und auflegen [Wichtl]. |
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