| Hellebori rhizoma - Nieswurz |
| Stammpflanzen: insb. Helleborus niger L. und Helleborus
viridis L. [H. niger: Christrose, Schneerose, Schwarze Nieswurz; 15-30 cm
hohes, von Dezember bis April blühendes, ausdauerndes Kraut mit winterharten Blättern,
grundständige lang gestielt, ledrig, dunkelgrün, fußförmig 7-9teilig, die des
Blütenstengels ungeteilt; Wurzelstock kräftig, bis 10 cm lang und mit zahlreichen,
fleischigen Wurzeln; H. viridis: Bärenfuß, Grüne Nieswurz; ähnlich H.
niger, jedoch bis 40 cm hoch und mit meist zwei grundständigen, nicht winterharten
und 7-13fach fußförmig geteilten Blättern sowie geteilten Blättern des
Blütenstengels; Blütezeit März bis Mai] Verbreitung: H. niger allgemein in Wäldern, bevorzugt von Gebirgen (Alpen, Apennin), Mittel- und Südeuropas, östlich bis Rußland; H. viridis in Bergwäldern Europas (Verbreitungsschwerpunkt Südeuropa) und Nordamerikas Droge: der getrocknete Wurzelstock, bei H. niger 3-6 cm lang, schwarz bis schwarzbraun, verästelt, mit verschieden langen Wurzeln versehen, bei H. viridis bis 10 cm lang und etwa 1 cm dick Herkunft: besonders Österreich, ferner Oberitalien, Provence, Balkan Inhaltsstoffe:sehr unterschiedlich in beiden Arten!, H. viridis mit ca. 0,5-1% herzwirksamen Glykosiden vom Bufadienolidtyp als wertbestimmenden Komponenten (Hauptkomponente Hellebrin ), H. niger mit den Alkaloiden Celliamin, Sprintillamin, Sprintillin, beide Arten mit etwa 0,1 % Saponinen (Helleborin, Steroidsaponine!) Verwendung: trotz unterschiedlicher Inhaltsstoffe die von beiden Arten gewonnene Droge selten in der Volksheilkunde bei Verstopfung, Übelkeit und Wurmbefall (Wirksamkeit nicht belegt und Anwendung infolge der mit der Anwendung verbundenen Risiken abzulehnen; Reinstoff Hellebrin (strophantusähnliche Wirksamkeit) bei Herzinsuffizienz Dosierung und Art der Anwendung: mittlere Einzelgabe 0,05 g, größte Einzelgabe 0,2 g, höchste Tagesdosis 1,0 g) Toxizität: bedingt durch das Steroidsaponingemisch Helleborin, welches zu typischer Saponinintoxikation mit Reizerscheinungen an Schleimhäuten, Übelkeit, heftigem Erbrechen und Durchfällen führt Sonstige Verwendung: im Haushalt als Niespulver wegen schleimhautreizender Wirkung des Helleborins, z. T. im Gemisch mit Veratrum album und Quillaja saponaria |
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Hellebrin |
© Thomas Schöpke thomas@schoepke.de |