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Hamamelidis folium - Hamamelisblätter Ph Eur 97
Stammpflanze: Hamamelis virginiana L. [Hamamelis, Hexenhasel, Virginische Zaubernuß; meist 2 bis 3 m, zuweilen bis 8 m hoher sommergrüner Strauch (Baum) mit wechselständigen Blättern; Blüten nach dem Laubabfall im November/Dezember erscheinend (bei Kultur in Europa teilweise zwischen Januar und April), 4-zählig, mit auffallend langen und schmalen, gelben Kronblättern]
Verbreitung: Laubwälder der atlantischen Staaten der USA, vom südlichen Kanada bis Texas und Nordflorida, westlich bis Wisconsin, Nebraska und Missouri
Droge: die im Herbst gesammelten, möglichst schnell getrockneten Laublätter
Herkunft: USA, Kanada, Anbaugebiete Europas
Inhaltsstoffe: mind. 5 %, teilweise aber über 10 % mit Hautpulver fällbare Gerbstoffe unbekannter Struktur, jedoch überwiegend Catechingerbstoffe und wenig Gallotannine; 0.01 bis 0.5 % ätherisches Öl
Wirkungen: infolge des Gehalts an Gerbstoffen adstringierend, entzündungshemmend und lokal hämostyptisch
Anwendungsgebiete: leichte Hautverletzungen, lokale Entzündungen der Haut und Schleimhäute; Hämorrhoiden, Krampfaderbeschwerden; in der Volkheilkunde u. a. auch innerlich bei Durchfallerkrankungen
Dosierung und Art der Anwendung: zur äußeren Anwendung als Wasserdampfdestillat (Hamameliswasser, enthält keine Gerbstoffe) unverdünnt oder im Verhältnis 1:3 mit Wasser verdünnt zu Umschlägen; Dekokte aus 5 bis 10 g Droge auf ca. 250 ml Wasser zu Umschlägen und Spülungen; zur inneren Anwendung auf Schleimhäuten meist in Form von Zäpfen (Hämorrhoidalzäpfchen) 1-3mal täglich die einer Menge von 0,1-1,0 g Droge entsprechende Menge; zur Teebereitung 1 Teelöffel (2-3 g) Hamamelisblätter mit ca 150 ml siedendem Wasser übergießen, nach 10 min durch Teesieb geben und 2-3mal täglich eine Tasse des frisch bereiteten Aufgusses zwischen den Mahlzeiten trinken
Unerwünschte Wirkungen: evtl. bei empfindlichen Personen nach Einnahme gelegentlich Magenreizungen, ferner angeblich in seltenen Fällen Erzeugung von Leberschäden durch Hamamelisgerbstoffe
Sonstige Verwendung: in der Kosmetik Extrakte als Bestandteile von Gesichtswässern, Pre-shaves, After-shaves, Hautnährcremes und Deocremes

Bilder:
ganze, sommergrüne Pflanze*
Zweig mit Blättern*
Zweig mit Blättern* (sehr schöne Aufnahme eines Zweiges in der fortgeschrittenen Vegetationsperiode)
Nahaufnahme der Blätter*
Zweig mit Blüten* (Aufnahme zur Hauptblütezeit; besonders auffallend sind die langen, schmalen, gelben Kronblätter)
Zweig mit Blüten* (die Aufnahme zeigt die Blüten, wie während des überwiegenden Teils der Wintermonate bzw. im Frühjahr zu sehen sind: die Kronblätter sind hinfällig, so daß ein Perigon vorgetäuscht wird)
Zweig mit Früchten*

© Thomas Schöpke thomas@schoepke.de