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Ditalis purpureae folium - Digitalis-purpurea-Blätter DAB 1997 / Ph Eur 1997

Stammpflanzen: Digitalis purpurea L. [Roter Fingerhut; zweijähriges, bis 2 m hohes Kraut; im ersten Jahr nur eine Blattrosette, im zweiten Jahr den aufrechten, beblätterten, meist unverzweigten Stengel mit dem traubigen Blütenstand ausbildend; Blätter gekerbt, groß, langgestielt, beidseitig behaart, Pflanze mit bis 20 cm langen, langgestielten, eiförmigen, buchtig gezähnten Blättern; Blüten mit bis zu 5 cm langer, glockiger, meist purpurner, selten weißer, innen behaarter und außen kahler Krone]
Verbreitung: beheimatet in W-, SW- und M-Europa, Jugoslawien, N-Afrika, eingebürgert in Neufundland und Neuschottland; auf meist kalkarmen bis kalkfreien, mäßig sauren und N-haltigen Böden
Droge: die überwiegend aus Kulturen in Europa und den USA stammenden, im Herbst des 1. Jahres (Rosettenblätter) geernteten und 50° C getrockneten Blätter
Inhaltsstoffe: bis zu 0,6 % Cardenolidglykoside, insb. Glykoside des Digitoxigenins, Gitoxigenins und Gitaloxigenins, zusammengesetzt u. a. aus 0,02-0,12 % Purpureaglykosid A (durch Abspaltung der endständigen Glucose Entstehung von Digitoxin), 0,02-0,08 % Purpureaglykosid B (durch Abspaltung der endständigen Glucose Entstehung von Gitoxin), 0,01-0,10 Glucogitaloxin, weiterhin bis 1 % Pregnanglykoside (Digitanolglykoside) und bis 1 % Steroidsaponine
Wirkungen: Wirkungen der Droge entsprechen allg. denen der Cardenolidglykoside, d. h. Steigerung der Kontraktionskraft des Herzens (positiv inotrope Wirkung) und Verminderung der Schlagfrequenz (negativ chronotrope Wirkung)
Anwendung: therapeutischer Einsatz von Digitalis-purpurea-Blättern ist heute ebenso wie die Verwendung von eingestelltem Digitalis-purpurea-Pulver (Digitalis purpureae pulvis normatus DAB 10) obsolet
Dosierung und Art der Anwendung: infolge der geringen therapeutischen Breite nur als eingestelltes Pulver und auf ärztliche Verordnung
Akute Toxizität: letale Dosis etwa 2-3 Blätter, Vergiftungen dennoch allgemein selten (Pflanze mit stark bitterem Geschmack)
Allgemeine Therapiemaßnahmen bei akuter Vergiftung: mit Salzwasser alsbaldiges Erbrechen auslösen, Magenspülung und Aktivkohle

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Pflanzen an natürlichem
Standort in den Vogesen
ganze Pflanze Infloreszenz

© Thomas Schöpke thomas@schoepke.de