| Digitalis lanatae folium - Digitalis-lanata-Blätter DAB 1997 Stammpflanzen: Digitalis lanata EHRH. [Wolliger Fingerhut; zweijähriges, bis 1,20 m hohes Kraut; im
ersten Jahr nur eine Blattrosette, im zweiten Jahr den aufrechten, beblätterten, meist
unverzweigten Stengel bildend mit dem traubigen Blütenstand; Blätter schmal,
lanzettlich, ganzrandig und sitzend; Blüten in langen Trauben mit bis max. 3 cm langer,
gelbbraunen, außen dicht behaarter Krone]
Verbreitung: beheimatet in SO-Europa und NW-Asien,
eingebürgert in NO-Nordamerika
Droge: die überwiegend aus Kulturen in den
Niederlanden (Hauptanbauland) und Mitteldeutschlnd stammenden, im Herbst des 1. Jahres
(Rosettenblätter) geernteten und 10-12 h bei 50° C getrockneten Blätter
Inhaltsstoffe: 0,5-1,5
% Cardenolidglykoside, insb. Glykoside des Digitoxigenins, Gitoxigenins, Gitaloxigenins,
Digoxigenins und Diginatigenins mit den Hauptglykosiden Lanatosid C (0,10-0,30 %) und
Lanatosid A (0,05-0,25 %), Digitanolglykoside und Steroidsaponine
Wirkungen: Wirkungen
der Droge entsprechen allg. denen der Cardenolidglykoside, d. h. Steigerung der
Kontraktionskraft des Herzens (positiv inotrope Wirkung) und Verminderung der
Schlagfrequenz (negativ chronotrope Wirkung)
Anwendung: therapeutischer
Einsatz von Digitalis-purpurea-Blättern ist heute ebenso wie die Verwendung von
eingestelltem Digitalis-purpurea-Pulver (Digitalis purpureae pulvis normatus DAB 10)
obsolet
Dosierung und Art der Anwendung: lediglich als eingestellte Pulver auf ärztliche Verordnung
Akute Toxizität: als letale Dosis gelten 2-3 g der Droge, infolge des stark bitteren Geschmacks
Vergiftungen dennoch selten
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