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Betulae folium - Birkenblätter Ph. Eur.  1997
Stammpflanzen: Betula pendula ROTH und Betula pubescens EHRH. [Hängebirke = Gewöhnliche Birke = Weißbirke und Moorbirke = Behaarte Birke; bis 30 m hohe Bäume mit weißer Rinde].
Verbreitung: B. pendula an trockenen Stellen in Laub- und Nadelwäldern, Mooren und Wiesen vom Mittelmeergebiet über ganz Europa (bis 69º nördlicher Breite) bis Sibirien, B. pubescens in Mooren, Sümpfen, Wäldern und Dünen von M- und N-Europa und dem nördlichen Asien.
Droge: Die aus Wildvorkommen im Frühjahr gesammelten und bei Raumtemperatur im Schatten getrockneten, ganzen oder geschnittenen Laubblätter mit einem Mindestflavonoidgehalt von 1,5 Prozent.
Herkunft: Überwiegend osteuropäische Länder.
Inhaltsstoffe: Mind. 1,5 % Flavonoide mit Hyperosid (Quercetin-3-O-galactosid) und Myricetindigalaktosid als Hauptkomponenten, daneben noch wenig ätherisches Öl (0,05 - 0,1 %) sowie reichlich freie Triterpene (insb. Betulin); angebliches Vorkommen von Saponinen fraglich.
Wirkungen: Erhöhung der ausgeschiedenen Harnmenge bei nur geringer saluretischer Wirkung (die vermehrte Ausscheidung von Na-, K- und Cl-Ionen beruht nach neueren Erkenntnissen vor allem auf der vermehrten Zufuhr dieser Ionen mit den Pflanzenauszügen).
Anwendungsgebiete: Infolge der diuretischen Wirksamkeit zur Durchspülung bei bakteriellen und entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege und bei Nierengrieß, zur unterstützenden Behandlung rheumatischer Beschwerden und zur Erhöhung der Harnmenge sowie zur Behandlung von Erkrankungen, bei denen eine erhöhte Harnmenge erwünscht ist.
Dosierung und Art der Anwendung: In Form von Tee oder Extrakt, dazu mehrmals täglich 2 bis 3 g Droge in der entsprechenden Zubereitung kombiniert; zur Teebereitung 1 Eßlöffel (2 g) Birkenblätter mit ca 150 ml siedendem Wasser übergießen, nach 10-15 min durch Teesieb geben; auf reichliche Flüssigkeitszufuhr achten!
Unerwünschte Wirkungen: Allgemein keine bekannt, jedoch ist bei Personen mit Birkenpollenallergie bei Hautkontkt mit der Droge eine kurzfristige Kontaktallergie nicht auszuschließen.
Sonstige Nutzung: Sehr junge Blätter im Frühjahr als Beigabe zu Frühlingssalaten und Kräuterkäseözubereitungen.

Bilder: wpe80.jpg (3214 Byte) wpe7D.jpg (3019 Byte) wpe7E.jpg (1882 Byte) wpe7F.jpg (2745 Byte)
a Betula pendula ROTH: Die linke Abbildung zeigt eine Gruppe von Pflanzen mittleren Alters mit der für die Art typischen weißen Borke, die Abbildung halblinks einen Zweig mit noch jungen Blättern und den auffälligen männlichen Blütenständen. Halbrechts und rechts finden sich mikroskopische Bilder einer männlichen Infloreszenz. Bei der Aufnahme des rechten Bildes wurde ein Teil der Blüten entfernt, so daß die einzelnen Blüten sichtbar werden.

© Thomas Schöpke thomas@schoepke.de