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| Arnicae flos - Arnikablüten DAB 10 | |
| Stammpflanze: Arnica montana L.
und Arnica chamissonis ssp. foliosa (NUTT.) MAUIRE [Arnika, Bergwohlverleih bzw. Nordamerikanische Arnika,
Chamisso-Arnika; beides krautige, bis 60 cm hohe Stauden mit gegenständigen Blättern und
gelben Röhren- und Strahlenblüten, A. chamissonis mit drei bis fünfzehn, ca. 3
cm breiten Blütenkörbchen, A. montana mit weniger, dafür aber bis 6 cm breiten
Blütenkörbchen] Verbreitung: A. chamissonis beheimatet im westlichen N-Amerika von Alaska bis Kalifornien, östlich bis Ostrand der Rocky Mountains, A. montana in Europa auf meist sandigen, humosen, kalkarmen, torfigen und sonnigen Wiesen Droge: die aus dem Anbau stammenden Infloreszenzen von oder die überwiegend aus Wildbeständen im ehemaligen Jugoslawien, Spanien, Italien und der Schweiz stammenden und bei 40-50° C getrockneten Körbchen von A. montana Inhaltsstoffe: Sesquiterpenlactone vom Pseudoguajan-Typ (= Peudoguajanolide), in A. montana 0,3-1,0 %, ausschließ1ich vom Helenalin-Typ, in A. chamissonis ssp. foliosa 0,07-1,4 %, neben Helenalinen auch Arnifoline und Chamissonolide; 0,4-0,6 % Flavonoide (Flavone und Flavonole, sowohl frei als auch glykosidiert); 0,2-0,35 % ätherisches Ol mit ca. 40-50 % Fettsäuren, ca. 9 % n-Alkanen, Thymolderivaten sowie Mono- und Sesquiterpenen Wirkungen: vorwiegend antiphlogistisch und antimikrobiell Anwendung: zur äußerlichen Anwendung bei Verletzungs- und Unfallfolgen (Hämatome, Distorsionen, Prellungen, Quetschungen, Frakturödeme), bei rheumatischen Muskel- und Gelenkbeschwerden, Entzündungen der Schleimhäute im Mund- und Rachenraum, Furunkulose und Entzündungen als Folge von Insektenstichen und bei Oberflächenphlebitis; nur zur äußerlichen Anwendung! Dosierung und Art der Anwendung: als Tee oder Aufguß (2 g Droge auf 100 ml Wasser) zur Bereitung von Umschlägen, insb. jedoch in Form der Tinktur ebenfalls zur Bereitung von Umschlägen (3-10fach verdünnt), für Mundspülungen (10fach verdünnt) oder zur Herstellung von Salben (bestehend aus max. 20-25 % Tinktur) Nebenwirkungen: insb. allergische Wirkungen; bei längerer Anwendung an geschädigter Haut (bei Verletzungen, Ulcus cruris etc.) relativ häufig ödematöse Dermatitis mit Bläschenbildung, ansonsten bei längerer Anwendung Exzeme Akute Toxizität: äußerlich bei hoher Konzentration primär toxisch bedingte Hautreaktionen mit Bläschenbildung bis zur Nekrotisierung, innerlich nach Einnahme größerer Mengen Brennen, Kratzen und Schmerzen in Mund und Rachen, Magenschleimhautreizungen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall sowie resorptive Vergiftungserscheinungen wie Schwindel, Zittern, Benommenheit, Erhöhung der Körpertemperatur, Herzklopfen, Beschleunigung und Unregelmäßigkeiten des Herzschlags, Nasenbluten, Atemstörungen, vor allem Dysponie, bis hin zu zunehmender Lähmung und Kollaps mit sehr frequentem Puls; Todesfälle nach Einnahme von 70 g Tinktur Allgemeine Therapiemaßnahmen bei akuter Vergiftung: gegen Haut- und Schleimhautaffektionen äußerliche Behandlung mit reizmildernden Umschlägen, bei Vergiftungen durch innerliche Arnikagaben Entleerung des Magen-Darm-Traktes und Aktivkohle |
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| Bilder: | |
| A. montana: das Bild zeigt deutlich das "liederliche" Erscheinungsbild der Infloreszenz | A. chamissonis ssp. foliosa: im Gegensatz zu A. montana lässt sich die Nordamerikanische Arnika leichter kultivieren |
© Thomas Schöpke thomas@schoepke.de |
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