2. Familie: Poaceae (= Graminae, Süßgräser)
Gattungs- und Artenzahl: ca. 700 Gattungen mit 12.000 Arten
Familiengliederung: untergliedert in die Unterfamilien Bambusoideae [3 Lodiculae und 3+3 Stamina, mit holzigen und oft baumhohen Halmen (bsd. Gattung Bambusa- Bambus)], Oryzoideae (mit Gattung Oryza - Reis), Pooideae (= Festucoideae mit den wichtigsten Getreidearten sowie heimischen Grasarten), Arundinoideae, Chloridoideae und Panicoideae (u. a. Gattung Saccharum - Zuckerrohr)
Habitus: ein- bis mehrjährige Kräuter, Sträucher, baumartige Pflanzen oder Lianen, die kleinsten Pflanzen mit einer Wuchshöhe von 1 cm, die größten bis 30(40) Meter, Stengel im Querschnitt meist rund, hohl und mit Knoten
Blätter: wechselständig, fast ausnahmslos zweizeilig (distich) angeordnet, mit den Stengel umschließender, aber offener Blattscheide und mit Ligula
Vermehrungsart: überwiegend zwittrig, fast ausnahmslos anemophil (durch Windverbreitung der zahlreich freigesetzten Pollen gelangen diese nicht nur auf die für sie bestimmten Narben sondern auch auf Schleimhäute von Menschen, wo sie als Kontakallergene wirken und zur Entstehung von Allergien führen können = der typische Heuschnupfen = Gräserpollenallergie)
Blütenanordnung und -merkmale: Blüten winzig bis klein, extrem reduziert, Perianth nur noch in Form von zwei kleinen Schwellkörpern, den Lodiculae, A meist 3, gelegentlich 2, andere Anzahl seltener, G meist 2, selten 3, jedoch nur mit 1 Samenanlage, oberständig; Blüten stets mit Hochblättern, die als Spelzen bezeichnet werden, in Ährchen; mehrere Ährchen bilden eine Ähre, die achsel- oder endständig sein kann
Frucht: Karyopse
Verbreitung: sämtliche Florenreiche der Erde (= das holartische Florenreich, das in das neo- und paleotropisch unterteilte tropische Florenreich, das kapländische Florenreich, das australische Florenreich, das antarktische Florenreich; teilweise abgegrenzt: das ozeanische Florenreich); Dauerfrostzone bis Tropen: Kosmopoliten
Chemische Merkmale: verbreitetes Vorkommen von Silikat, dieses in Kieselkurzzellen, ferner oft mit cyanogenen (cyanwasserstoff- = blausäureproduzierenden) Verbindungen, gelegentlich auch mit ätherischen Ölen; Samen reich an Stärke, die äußerste Endospermschicht (Aleuronschicht) reich an Reserveeiweiß
Sonstige Merkmale: Pollenkörner als Monade (Pollenkorn, welches einzeln verbreitet wird)
Weitere Informationen*
Arzneipflanzen:
Cymbopogon-sp. (Citronellae aetherolum - Citronellöl)
Oryza sativa L. (Oryzae amylum - Reisstärke)
Triticum aestivum L. (Tritici amylum - Weizenstärke)
Zea mays L. (Maidis amylum - Maisstärke)
Agropyron repens (L.) P. BEAUV. (Gramninis rhizoma - Queckenwurzelstock)
Nutzpflanzen:
Bambusa vulgaris SCHRAD . Ex J. C. WENDL (Bambus), Hordeum vulgare L. (Gerste), Panicum-, Setaria- und Sorghum-sp. (Hirse), Triticum durum DESF. (Hartweizen), Avena sativa L. (Hafer), Saccharum officinarum L. (Zuckerrohr)
Abbildungen:
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Agropyron repens (L.) P. BEAUV.: Die Abbildung links oben zeigt einen Teil der Ähre der Quecke, die Abbildungen darunter ein Ährchen. Dieses setzt sich aus drei Einzelblüten zusammen. Die zwei unteren sind bereits geöffnet, so daß die Antheren und die federartig gespaltene Narbe sichtbar sind. Die rechte Abbildung verdeutlicht den Aufbau des Ährchens. Dieses besteht aus drei Blüten, welche gemeinsam von zwei Hüllspelzen umgeben werden. Jede einzelne Blüte entspringt der Achsel eines Tragblattes, welches als Deckspelze bezeichnet wird und bei zahlreichen Grasarten begrannt ist. Auf jeder Blütenachse sitzen eine  Vorspelze (vermutlich einem Vorblatt homolog), die Staubblätter und die Fruchtblätter, von denen auf dem Bild nur die Narben zu erkennen sind. Gleichfalls nicht sichtbar sind die zwischen Vorspelze und Stamina lokalisierten Lodiculae, welche als Schwellkörper die Öffnung der Blüte bewirken.
wpe15.jpg (6038 Byte) Cymbopogon citratus (DC.) STAPF: typisch für die Gattung ist das Vorkommen von ätherischem Öl, welches aus verschiedenen Arten gewonnen und unter der Bezeichnung Citronellöl (Citronellae oleum) infolge seines frischen Geruchs als Korrigenz genutzt wird, gelegentlich aber auch als Ersatz von Melissenöl bzw. als Bäderzusatz bei nervösen Befindlichkeitsstörungen wpe1C.jpg (7455 Byte) Schizostachyum brachycladum: Gelber Bambus - auf den Molukken beheimatete Art aus der Unterfamilie Bambusoideae

© Thomas Schöpke thomas@schoepke.de