4. Familie: Euphorbiaceae (Wolfsmilchgewächse)
Gattungs- und Artenzahl: 300 Gattungen mit 5000 Arten
Habitus: meist milchsafthaltige (Ausnahmen!), z. T. sukkulente Bäume, Sträucher, Kräuter und Lianen, teilweise kaktoid mit der Sproßachse als Photosyntheseorgan; Mesophyten und Xerophyten
Blätter: Blätter winzig bis groß, überwiegend wechselständig
Vermehrungstyp/Befruchtungsart: monözisch (Blüten häufig in Cyanthien, welche aus 1 weiblicher und mehreren männlichen Blüten zusammengesetzt ist; s. unten Abb. Euphorbia cyparissias), diözisch, sehr selten zwittrig; entemophil
Blütenanordnung und -merkmale: Blüten in Infloreszenzen mit cymöser endständiger Einheit, diese z. T. von auffälligen Hochblättern umgeben, winzig, klein oder mittelgroß, radiär; Perianth sepalin, reduziert, fehlend oder (selten) petalin, falls vorhanden K/C5, A1-1000,G meist 3, gelegentlich 4-30 oder 2, synkarp, oberständig
Frucht: überwiegend (nicht fleischige) Kapsel oder Nußfrucht
Verbreitung: gemäßigte Zone, Subtropen und Tropen: Kosmopoliten, nur in der Arktis fehlend
Chemische Merkmale: verbreitetes Vorkommen von Milchsaft mit Kautschuk als Hauptkomponente, von Polyphenolen, cyanogenen Verbindungen; in den Samen meist kaum Stärke, dafür aber reichlich fettes Öl und häufig Proteine/Polypeptide, darunter z. T. hochtoxische Polypeptide, welche die zu den stärksten bekannten Giften zählen (u. a. Ricin in Ricinussamen)
Weitere Informationen*
Arzneipflanzen:
Croton tiglium L. (Crotonis oleum - Crotonöl)
Hevea brasiliensis (Kautschuk)
Ricinus communis (Ricini oleum - Rizinusöl)
Nutzpflanzen:
Manihot exculenta (Maniok)
Bilder:
wpeC.jpg (3697 Byte) Hevea brasiliensis (Parakautschukbaum): Die Abbildung links oben zeigt die ganze Pflanze, die im Amazonasgebiet beheimatet ist und eine Höhe von 30 m erreichen kann, die Abbildung unten links die ebenfalls milchsafthaltige Frucht, welche die für die Familie typische Dreiteilung aufweist und die Abbildung unten halblinks den Stamm, aus dem zur Kautschukgewinnung Rindenstreifen entfernt werden, wodurch der in allen oberirdischen Teilen in gegliederten Milchröhren befindliche Milchsaft austreten kann. Die drei rechten Fotos stammen von einer Plantage in Phuket (Thailand) und zeigen die Kautschukgewinnung aus den Stämmen.
wpe9.jpg (1860 Byte) wpeA.jpg (3674 Byte) wpe2.jpg (3492 Byte) wpe4.jpg (3014 Byte) wpe1AB.jpg (2873 Byte)
wpeD.jpg (3547 Byte) Phyllanthus pectinatus: baumförmiger Vertreter der Familie, links die ganze Pflanze, bei der in den Achseln der Laubblätter die mehrere kleine Blüten umfassenden Infloreszenzen entspringen (rechts oben und rechts unten) wpe10.jpg (1866 Byte)
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Euphorbia cyparissias (Zypressenwolfsmilch): oben der Stengel und einzelne Blütenbestandteile (beachte die drei Griffel unten), unten eine vollständige Infloreszenz; die Infloreszenz ist von zwei großen, auffallenden Hochblättern umgeben und setzt sich aus drei Teilinfloreszenzen, den für Euphorbia charakteristischen Cyathien, zusammen; an der Basis jedes Cyathiums befinden sich wiederum zwei große, auffallende Hochblätter (am deutlichsten beim linken Cyathium zu erkennen); umschlossen wird der Blütenstand von 4 becherartig verwachsenen Hochblättern (bei zahlreichen anderen Arten können es 5 Blätter sein), zwischen denen eine halbmondförmige Nektardrüse steht (am deutlichsten beim oberen Cyathium zu erkennen); jedes Cyathium setzt sich aus einem zentralen, gestielten, oft aus dem Cyathium herausragenden Fruchtknoten (zu erkennen bei allen drei Cyathien) und 5 Reihen von männlichen Blüten zusammen wpe12.jpg (3086 Byte)
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Euphorbia mauritanica: rechts die ganze Pflanze, bei der es sich um einen Rautenstrauch handelt, links die hier deutlich scheindoldige Infloreszenz mit den weniger gedrängt stehenden Cyathien, bei denen neben dem herausragenden Fruchtknoten die elliptischen Nektardrüsen besonders auffallen Euphorbia triangularis: im südlichen Afrika heimischer, baumartiger, sukkulenter Vertreter der Gattung Euphorbia Euphorbia canariensis (Kanaren- / Kandelaber-Wolfsmilch): Standort mit mehreren der an ariden Standorten der zentralen und westlichen Kanaren verbreiteten, sukkulenten Art
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Ricinus communis (ganze Pflanze bzw. Standort mit ganzer Pflanze)

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© Thomas Schöpke thomas@schoepke.de