16. Familie: Crassulaceae (Dickblattgewächse)
Gattungs- und Artenzahl: ca. 40 Gattungen mit 1500 Arten
Habitus: ausdauernde, sukkulente Kräuter, Sträucher, gelegentlich Bäumchen; überwiegend Xerophyten
Blätter: immergrün, gegenständig, quirlständig oder wechselständig und schraubig angeordnet, fleischig, mit meit ungeteilter Spreite (Ausnahmen: einige Bryophyllum und Kalanchoe sp.)
Vermehrungsart: überwiegend zwittrig, entemophil
Blütenanordnung: Blüten einzeln oder in Wickeln oder Ebensträußen
Blütenaufbau: Blüten radiär, klein bis mittelgroß; Perianth doppelt, K(3–)5(–30), frei, C(3–)5(–30), frei, gelegentlich an der Basis verwachsen, A(3–)5(–30), frei oder mit der Kronröhre verwachsen, teilweise auch an der Basis untereinander verwachsen, G(3–)5(–30), apokarp, oberständig
Frucht: Sammelfrucht
Verbreitung: Dauerfrostzone bis Tropen: weit verbreitet, bevorzugt in warm-trockenen Regionen, insb. S-Afrika
Chemische Merkmale: Gerbstoffe verbreitet, häufig auch Alkaloide (Pyrrolidin- und Piperidin-Alkaloide)
Weitere Informationen*
Nutzpflanzen:
Kalanchoë sp. (Zierpflanzen)

Abbildungen:
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Sedum acre L.: Der in ganz Europa und angrenzenden Gebieten Asiens und Afrikas heimische und auch in N-Amerika eingebürgerte Scharfe Mauerpfeffer zeigt wesentliche Punkte des für Crassulaceen typischen Blütenaufbaus: Das Perianth ist in den 5zähligen Kalyx und die ebenfalls 5zählige Corolla gegliedert, das chorikarpe (= apokarpe) Gynoeceum ist oberständig und besteht aus 5 Karpellen, das Androeceum aus 10 Stamina, die in zwei Kreisen angeordnet sind, wobei die Stamina des inneren Kreises zwischen den Petalen und die des äußeren vor den Petalen stehen. Wie bei der Mehrzahl der Crassulaceen handelt es sich um einen Xerophyten, der trockene, sandige Standorte bevorzugt.
Gegen Herbizide scheint die Art relativ unempfindlich zu sein, denn zu Zeiten der Teilung Deutschlands bevölkerte eine unendliche Individuenzahl den um die S-Bahngleise im Bereich Bornholmer Straße gelegenen Streifen der Berliner Mauer, in dem sämtlicher Pflanzenwuchs, der DDR-Flüchtigen Deckung bieten könnte, rigoros unterdrückt wurde. Dass die deutsche Bezeichnung "Mauerpfeffer" vom reichlichen Vorkommen an der Berliner Mauer abgeleitet wurde, an der ja bekanntlich auch scharf auf jedes menschliche Wesen geschossen wurde ("Pfeffer" als Synonym für scharf, in diesem Sinne den "scharfen Schuß"), ist allerdings zu bezweifeln.

Sempervivum tectorum L.: Die Dach-Hauswurz zählt zu den in europäischen Gebirgen verbreiteten Hauswurzarten. Die Bezeichnung "Dach-Hauswurz" ist vermutlich dadurch bedingt, dass die Unterart tectorum praktisch nur auf Dächern wächst.

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Sempervivum montanum L.: Die Berg-Hauswurz ist u. a. in den Alpen bevorzugt auf Granitböden anzutreffen. Cotyledon orbiculata L.: Im südlichen Afrika (Kapregion, Natal, Transval, Namibia) vorkommende Crassulaceae, bei der besonders die dickfleischigen Blätter auffallen.
Weitere Abbildungen: s/w-Zeichnung Sedum (Blütenaufbau, Blütendiagramm)*, Aeonium arboreum* (blühende Pflanze, im Hintergrund Aeonium undulatum), Kalanchoë pinnata* (Blüte), Escheveria crenulata* (Blüte), Crassula argentea* (Jade-Pflanze, Infloreszenz), Clementsia rhodantha* (ganze Pflanze), Kalanchoë blossfeldiana* (Blüte)

© Thomas Schöpke thomas@schoepke.de